Spring GDS 25. Jubiläum
Ein Logistikunternehmen, das in 190 Länder versendet, hat etwas gebaut, um an sich selbst zu liefern.
Informationsarchitektur ist, wie ein Produkt seine Inhalte ordnet, benennt und verbindet, damit Menschen finden, was sie brauchen. Sie ist die Struktur unter der Oberfläche: welche Dinge zusammengehören, wie sie heißen und wie man sich zwischen ihnen bewegt. Wenn sich eine Seite intuitiv anfühlt, ist gute IA meist der Grund. Wenn Menschen sich verlieren, ist IA meist die Ursache.
Es hilft, IA von Navigation zu trennen. Navigation ist das sichtbare Menü, die Brotkrumen, die Links. IA ist die Logik, die diese Elemente ausdrücken. Sie können ein Menü neu gestalten und trotzdem ein verwirrendes Produkt haben, wenn die zugrunde liegende Struktur falsch ist. Ein Händler mit 4.000 Produkten braucht Kategorien, die zu der Denkweise der Käufer passen, nicht zur Bestückung des Lagers. Verfehlt man das, wird die Suche das Einzige, was funktioniert.
IA-Arbeit stützt sich auf Methoden wie Card Sorting und Tree Testing, bei denen Nutzer Inhalte gruppieren und auffinden, damit die Struktur ihr mentales Modell abbildet statt das Organigramm. Das Ergebnis zeigt sich als Sitemaps, Content-Hierarchien und Benennungssysteme, auf denen der Rest des Designs aufbaut.
Wir behandeln Struktur als Designproblem, nicht als Ordnerübung. Bei Portalen und inhaltsschweren Produkten beginnen wir damit zu verstehen, wie Menschen wirklich nach Dingen suchen, und formen die Hierarchie darum herum. Die Bezeichnungen kommen von den Nutzern, geprüft durch UX-Forschung, nicht aus internem Jargon.
Wir validieren die Struktur, bevor sie zu Screens erstarrt. Eine Sitemap, die ordentlich aussieht, kann in dem Moment scheitern, in dem jemand etwas Echtes darin sucht. Also schicken wir sie durch Tree Testing und beobachten, wo Menschen falsch abbiegen. Die Architektur auf Papier zu reparieren ist weit günstiger, als die Navigation nach dem Launch neu zu bauen.
Inhalt türmt sich, und niemand findet etwas? Strukturieren wir ihn neu.
Ein Logistikunternehmen, das in 190 Länder versendet, hat etwas gebaut, um an sich selbst zu liefern.
Eine Marke in ein funktionierendes Geschäft verwandeln.
Eine halbe Million Menschen. Eine App. Null Chaos.















